Nie wieder Meerrettichkonserven


Meerrettich oder Kren, wie die Wurzel in Süddeutschland und bei unseren Nachbarn in Österreich genannt wird, steht weit hinter Senf & Ketchup an. Wir finden das schade aber gleichzeitig verstehen wir es sehr gut.

Meerrettich kennt man zumeist als Konserve. Sahnemeerretich, Apfelkren, Tafelmeerrettich – zumeist verbirgt sich in diesen Gläsern oder Tuben eine Art weißlicher Matsch mit Konservierungsstoffen und Aromen. Das wird dieser scharfen Wurzel mit dem besonderen Aroma überhaupt nicht gerecht – kann man doch aus einer Wurzel mit einer Reibe, einer Zitronenpresse und ein paar Zutaten ein unglaublich gutes Würzmittel selbst herstellen.

Die Wurzeln gibt es umsonst, am Straßen- oder Ackerrand und man kann sie sogar kaufen, wenn man sie selbst nicht findet.

Sahnemeerrettich stellen wir aus 5 Zutaten her: Meerrettichwurzel, Zitronensaft, Crème Fraîche, Salz und weißem Pfeffer. Der Zitronensaft agiert zusammen mit den ätherischen Ölen der Wurzel als natürliches Konservierungsmittel und verhindert, dass sich die Zubereitung bräunlich verfärbt. In einem dicht verschlossenen Glas hält sich selbst gemachter Sahnemeerrettich bis zu 4 Wochen im Kühlschrank. Es lohnt sich also, diese sehr emotionale Angelegenheit in Angriff zu nehmen, denn die eine oder andere Träne wird wegen der ätherischen Öle vergossen werden.

Die Meerretichwurzel gut schälen und mit einer feinen, sehr scharfen Reibe in eine Schüssel reiben und sofort den Saft einer Zitrone untermengen. Im Verhältnis von etwa 50:50 Crème Fraîche unterrühren und mit feinem Meersalz und weißem Pfeffer aus der Mühle abschmecken. Mehr Crème Fraîche dazu geben, wenn man es etwas milder mag.

Das passt zu gepökeltem und gekochtem Fleisch, besonders zu geräuchertem Fisch (Sprotten oder geräucherter Aal und Sahnemeerrettich sind tolle Paare!), zu Boudin Noir (Blutwurst), Leberwurst, Schweinebauch und überhaupt zu allen Schlachtplatten.

Um daraus einen Apfelkren zu machen, ersetzt man einfach einen Teil der Crème Fraîche durch geriebenen Apfel.

Aber wir haben noch eine weitere Zubereitung für Euch: Meerrettichspäne.

Hierfür braucht Ihr nichts als geschälte Meerrettichwurzel, eine etwas gröbere Reibe und Backpapier.

Backofen auf 80°C vorheizen. Meerrettichwurzel auf Backpapier in Späne reiben und ab in den Ofen damit. Es dauert etwa 10 Minuten, bis die Späne beginnen leicht zu bräunen (ggfs. Temperatur leicht erhöhen….und ein Auge drauf haben). Wenn sie leicht braun werden sofort aus dem Ofen holen und 2 Minuten ausdampfen lassen. Fertig!

Wie schmeckt das? Das schmeckt großartig! Der Meerrettich bleibt präsent, aber die Schärfe wird ihm etwas genommen. Es ist knusprig, aber auch irgendwie nicht. Es ist einfach: lecker! Und – es macht auch optisch was her.

Probiert mal Kartoffelpüree mit selbst gemachtem Sahnemeerrettich. Und mit ein paar Meerrettichspänen. Vielleicht mit etwas Sellerie gemischt?

Die Möglichkeiten sind endlos!

One thought

  1. Richtig! Frisch geriebener Meerrettich ist mit der Industriepampe überhaupt nicht zu vergleichen! Ich mache meinen Sahnemeerrettich noch etwas anders: Eine halbe Wurzel mit einer Kronenreibe fein reiben, mit etwas Zitronensaft versetzen und dann 1 Becher Frischkäse (ca. 250 g) damit mischen. 200 ml Schlagsahne steif schlagen und unterziehen. Schmeckt umwerfend! Evtl. Reste mit einer Gebäckspritze zu Tupfern auf Backpapier spritzen und in den Gefrierschrank geben. Lässt sich nach dem Einfrieren einzeln entnehmbar in Tüten umpacken.

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